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  • Pseudonym

    A. Horník; Ahy; Peter Arnošt
  • Kurz über den Autor

    Anton Hykisch gehört zu den wichtigen Vertretern der sogenannten Generation 56 . In die Literatur trat er in den sechziger Jahren als Angehöriger einer Generation ein, die

    Anton Hykisch gehört zu den wichtigen Vertretern der sogenannten Generation 56. In die Literatur trat er in den sechziger Jahren als Angehöriger einer Generation ein, die grundsätzlich den Kanon des sozialistischen Realismus ablehnte, und in deren Programm die grundsätzlichen Fragen des gegenwärtigen Menschen dominierten. Aus dieser Orientierung geht sein gesellschaftlicher Kritizismus hervor, der sich mittels verinnerlichter Aussage, Entheroisierung des prosaischen Helden, bei dem es sich meistens um einen jungen Menschen handelt, präsentierte. Der gesellschaftliche Kritizismus ist ein organischer Bestandteil des Werkes von Hykisch, von seinem Debüt (Der Traum betritt den Bahnhof) bis zu seinen reifen prosaischen Werken (Nadja, Der Platz in Mähring, Beziehungen, Die Sehnsucht). Hykisch entblößt immer das schwerfällige Gesellschaftssystem, übersättigt durch moralische Leere, schlechte Arbeitsorganisation, Protektionismus, Bestechungspraktiken und andere Gebrechen, das Desillusionen, Apathie und Lebensenttäuschung hervorruft. Die Erzählungen und Novellen der Gegenwart von Hykisch zeichnen sich durch den Reportagestil, aber auch durch die Betonung der persönlichen Lage und der psychologischen Seite der menschlichen Existenz (Erotik) aus. Es ist kein Wunder, daß Hykisch Anfang der siebziger Jahre als Feind des Sozialismus bezeichnet wurde und seine Publikationsmöglichkeiten begrenzt wurden. Zu den lesererfolgreichsten Büchern von Hykisch gehören historische Romane Die Zeit der Meister und Es lebe die Königin. Im ersten, aus der Zeitspanne Anfang des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts, rekonstruiert er das Schicksal eines berühmten Bildes von einem unbekannten ungarischen Maler vor dem Hintergrund des Aufstandes der Bergleute in Banská Štiavnica in 1525 - 1526. Das zweite Buch ist eine Revokation des Lebens in der Slowakei während der Herrscherzeit von Maria Theresia. In dramatischer Reihenfolge wechseln dort Szenen aus den Höfen der Herrscher, aus Bibliotheken, Werkstätten und Kampffeldern. Der Roman stellt die Periode des wirtschaftlichen und kulturellen Aufblühens infolge der josefinischen und theresianischen Reformen der Jahre 1740 - 1780 dar, und zeichnet auch Schicksale slowakischer Gelehrter jener Zeit, sowie Schicksale bedeutender Persönlichkeiten der europäischen Geschichte (Voltaire, Haydn, Mozart). Bei beiden Romanen nutzt der Autor Quellenmaterialien, aus denen er die Grundlinien der Geschichte bildet und konstruiert Personen, deren allgemeinen Ausdruck er dadurch erzielt, daß er in sie die ewigen Fragen des Seins oder der Menschengeschichte hineinlegt.
    Das Spektrum der Interessen von Hykisch runden Reportagen aus Kanada und China, aber auch Sci-fi Erzählungen Gut verheimlichtes Gehirn ab.

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  • Kurze Charakteristik der Werke

    Prosa: Der Traum betritt den Bahnhof (Sen vchádza do stanice, Novelle, 1961), Ich traf dich (Stretol som ťa, Erzählungen, 1963), Der Schritt ins Ungewisse (Krok do neznáma,
    Prosa:
    Der Traum betritt den Bahnhof (Sen vchádza do stanice, Novelle, 1961), Ich traf dich (Stretol som ťa, Erzählungen, 1963), Der Schritt ins Ungewisse (Krok do neznáma, Roman, 1963), Nadja (Naďa, Novelle, 1964), Der Platz in Mähring (Námestie v Mähringu, 1965), Kanada ist kein "Spa" (Kanada nie je "kanada", Reportagen, 1968), Lenkräder zum Himmel (Volanty do nebies, Portraits von Automobil-Rennfahrern, 1975), Die Zeit der Meister (Čas majstrov, Roman, 1977), Beziehungen (Vzťahy, Novelle, 1978), Gut verheimlichtes Gehirn (Dobre utajený mozog, Erzählungen, 1979), Die Sehnsucht (Túžba, Novelle, 1980), Es lebe die Königin (Milujte kráľovnú, Roman, 1984), Atomsommer (Atómové leto, Roman, 1986), Die Verteidigung der Geheimnisse (Obrana tajomstiev, Erzählungen, 1990), Urlaub in Peking (Dovolenka v Pekingu, Reisebeschreibung-Skizzen, 1990), Maria-Theresia (Mária Terézia, 1999), Allein in fremden Städten (Sám v cudzích mestách, 2006), Erinnere dich an den Zaren (Spomeň si na cára, 2007), Die Wonne längst vergangenen Zeiten (Rozkoše dávnych čias, 2009)

    Kinderliteratur:
    Die Zukunft ist schon heute (Budúcnosť je už dnes, Faktenliteratur, 1987), Freund Čipko (Kamarát Čipko, 1989)

    Hörspiele:
    Das Krachen (Praskanie, 1966), Empfängnis (Počatie, 1969)

    Drehbücher:
    Für mich wird Blues nicht gespielt (Pre mňa nehrá blues, 1965, Regie J. Medveď)

    ÜBERSETZUNGEN SEINER WERKE:

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  • Lebenslauf

    Geb. am 23. Februar 1932 in Banská Štiavnica. Studierte an der Hochschule für Ökonomie in Bratislava. Danach arbeitete er als Dipl. Ingenieur in einem Forschungsinstitut in
    Geb. am 23. Februar 1932 in Banská Štiavnica. Studierte an der Hochschule für Ökonomie in Bratislava. Danach arbeitete er als Dipl. Ingenieur in einem Forschungsinstitut in Bratislava. 1962 - 1969 wirkte er als Redakteur des Slowakischen Rundfunks. Nach der Okkupation der Tschechoslowakei durch die Truppen des Warschauer Paktes 1968 mußte er wegen seiner politischen Standpunkte seine Arbeitsstelle aufgeben und durfte einige Jahre nicht publizieren. Er arbeitete in der Zentralbibliothek der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, danach im Slowakischen Fond der bildenden Künste. Ab 1988 war er stellvertretender Leiter der Wirtschaftsabteilung des Verlages Mladé letá, später Verlagsleiter. 1990 - 1992 Abgeordneter der Föderalversammlung in Prag. 1993 - 1997 war er Botschafter der Slowakischen Republik in Kanada. Er lebt als Rentner in Bratislava.
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  • Werke und Werkrezensionen

    Prosa

    • Sen vchádza do stanice / Der Traum betritt den Bahnhof (1961)
    • Krok do neznáma / Der Schritt ins Ungewisse (1963)
    • Stretol som ťa / Ich traf dich (1963)
    • Naďa / Nadja (1964)
    • Námestie v Mähringu / Der Platz in Mähring (1965)
    • Čas majstrov / Die Zeit der Meister (1977)
    • Vzťahy / Beziehungen (1978)
    • Dobre utajený mozog / Gut verheimlichtes Gehirn (1979)
    • Túžba [2] / Die Sehnsucht (1980)
    • Milujte kráľovnú [2] / Es lebe die Königin (1984)
    • Atómové leto / Atomsommer (1988)
    • Obrana tajomstiev / Die Verteidigung der Geheimnisse (1990)
    • Mária Terézia [2] / Maria-Theresia (1999)
    • Majster M. S. Čas majstrov / Meister M. S. Die Zeit der Meister (2003, 3.Ausgabe)
    • Sám v cudzích mestách / Allein in fremden Städten (2006, 1.Ausgabe)
    • Trinásta hodina. Čas majstrov (2006, 3.Ausgabe)
    • Spomeň si na cára / Erinnere dich an den Zaren (2007, 1.Ausgabe)
    • Rozkoše dávnych čias / Die Wonne längst vergangenen Zeiten (2009, 1.Ausgabe)
    • Milujte kráľovnú / Es lebe die Königin (2012, 4. vyd., vo VSSS 1.Ausgabe)
    • Verte cisárovi (2016, 1.Ausgabe)

    Essays

    • Nebojme sa sveta. Sprievodca globálnym myslením (2001)
    • Čo si o tom myslím (2003, 1.Ausgabe)

    Drama

    • Milujte kráľovnú [3] / Es lebe die Königin (2003)

    Kinder- und Jugendliteratur

    • Kamarát Čipko / Freund Čipko (1989)

    Sachliteratur

    • Kanada nie je "kanada" / Kanada ist kein "Spa" (1968, reportáže, 1968)
    • Volanty do nebies / Lenkräder zum Himmel (1975, portréty automobilových pretekárov, 1975)
    • Budúcnosť je už dnes / Die Zukunft ist schon heute (1987, literatúra faktu pre mládež, 1987)
    • Dovolenka v Pekingu / Urlaub in Peking (1990, cestopisné črty, 1990)

    Fachliteratur

    • Ako chutí politika. Spomienky a záznamy z rokov 1990 - 1992 (2004, 1.Ausgabe)
    • Moja Štiavnica (2012)

    Drehbücher

    • Pre mňa nehrá blues / Für mich wird Blues nicht gespielt (1965, 1965, réžia J. Medveď)

    Hörspiele

    • Praskanie / Das Krachen (1966)
    • Počatie / Empfängnis (1969)
    • Také čudné rozhovory (1988)
    • Meteor padá do neba (2003)
  • Übersetzte Werke

    ÜBERSETZUNGEN SEINER WERKE: Nadja (1964 tschechisch) Der Platz in Mähring (1967 tschechisch, 1967 ungarisch) Risikofaktor Magda Š. (1981 deutsch) Es lebe die

    ÜBERSETZUNGEN SEINER WERKE:
    Nadja (1964 tschechisch)
    Der Platz in Mähring (1967 tschechisch, 1967 ungarisch)
    Risikofaktor Magda Š. (1981 deutsch)
    Es lebe die Königin (1985, 1986 tschechisch, 1988, 1998 deutsch, 1989 kroatisch, 1991 rumänisch)
    Zeit der Meister (1981 ungarisch, 1989 russisch)

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  • Von SLOLIA geförderte Werke

  • Über den Autor

    Die künstlerische Strategie, die Ideenausrichtung, die philosophische Konzeption der Geschichte, wie sie Hykisch in seinem Roman vorstellt, ist die Konzeption eines außerordentlichen
    Die künstlerische Strategie, die Ideenausrichtung, die philosophische Konzeption der Geschichte, wie sie Hykisch in seinem Roman vorstellt, ist die Konzeption eines außerordentlichen Unanonymen in anonymer geschichtlicher Menschenexistenz. Der Künstler ist im Verständnis von Hykisch nicht dadurch außerordentlich, daß es ihn gibt, sondern dadurch, daß er für andere existiert, daß er in seinem Werk fähig ist, die Tatsachen anderer Menschen nicht nur darzustellen, sondern die gesamte Erfahrung des Zeitalters zu absorbieren und diese seinen Zeitgenossen, auch "den Zeitgenossen" seines Werkes nach Jahrhunderten zu übergeben.
    Ján Števček

    Im Roman von A. Hykisch Die Zeit der Meister geht es vielmehr um den Aufbau eines unüberwindlichen Konflikts zwischen der Brutalität des Zeitalters und der Entwicklung des menschlichen Geistes, die Geschichte hat aber einen Ausweg: sie ist kein "großzügiges Chaos" oder ein unerklärliches Verirren.

    Ivan Sulík
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  • Autor über sich selbst

    Gedächtnis, Gedächtnis... Meine nicht geschriebenen Romane. Ich bete dafür, meine Gesundheit möge mir erhalten bleiben, damit ich für mich und auch für andere die
    Gedächtnis, Gedächtnis... Meine nicht geschriebenen Romane. Ich bete dafür, meine Gesundheit möge mir erhalten bleiben, damit ich für mich und auch für andere die Wahrheit aus der Tiefe ans Licht bringen kann. Denn im Rückblick auf die Vergangenheit, was für ein Grauen, wovor wir alle Angst hatten. Es verstellten sich ganze Generationen unter der Last einer intoleranten Macht. Und derjenige, der einmal während der Zeit den Aufstand übte, die Maske der Verstellung niederwarf, der kam in direkten Konflikt mit dem Regime.
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