Foto © Laco Lesay
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Velestúr - 2015
Velestúr - 2015



  • Lebenslauf

    Jozef Banáš ist am 27. September 1948 in Bratislava geboren. Im Jahr 1972 beendete er das Studium des Außenhandels an der Wirtschaftshochschule in Bratislava. In den Jahren

    Jozef Banáš ist am 27. September 1948 in Bratislava geboren. Im Jahr 1972 beendete er das Studium des Außenhandels an der Wirtschaftshochschule in Bratislava. In den Jahren 1973 – 1976 arbeitete er für die Gesellschaft Chirana Export Piešťany. Ab 1977 bis 1992 war er für das Föderale Außenministerium in Prag tätig. Im Rahmen seiner Tätigkeit wirkte er in den Jahren 1977 – 1983 als Direktor des Presse- und Informationszentrums Bratislava, 1983 – 1988 als Presseattaché bei der Botschaft der CSSR in der DDR und 1990 – 1992 als Gesandter bei der Botschaft der CSFR in Österreich. Im Jahr 1992 war er bei Raiffeisen Leasing in Wien beschäftigt. Im Jahr 1993 leitete er Tatra Leasing Bratislava. 1994 bis 2001 vertrat er Slovak International Tabak als PR Direktor. In den Jahren 2002 – 2006 wirkte er als Abgeordneter des Nationalrates der Slowakischen Republik, wo er ebenfalls als Vizevorsitzender des Parlamentsausschusses für europäische Integration und Leiter ständiger Delegationen des Nationalrates der SR in der parlamentarischen Versammlung des Europarates und der NATO tätig war. In den Jahren 2004 – 2006 war er Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der NATO. Er lebt in Bratislava.

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  • Werke und Werkrezensionen

    Prosa

    • Lepší ako včera / Besser als gestern (2001)
    • Idioti v politike [2] / Idioten in der Politik (2007, 2.Ausgabe)
    • Zóna nadšenia. Dramatický príbeh priateľstva a lásky (1968-2008) / Jubelzone. Dramatische Geschichte der Freundschaft und Liebe (1968-2008) (2008, 1.Ausgabe)
    • Zastavte Dubčeka! / Stopt den Dubček! (2009, 1.Ausgabe)
    • Zastavte Dubčeka! Príbeh človeka, ktorý prekážal mocným / Stopt den Dubček! Geschichte eines Menschen, der den Starken im Wege steht (2009)
    • Idioti v politike / Idioten in der Politik (2010, 2. vyd., v Ikare 1.Ausgabe)
    • Kód 9 / Der Code 9 (2010, 1.Ausgabe)
    • Sezóna potkanov / Saison der Ratten (2011, 1.Ausgabe)
    • Posledná nevera / Der letzte Ehebruch (2012, 1.Ausgabe)
    • Kód 1 / Der Code 1 (2013)
    • Velestúr (2015, 1.Ausgabe)
    • Kód 7 (2016, 1.Ausgabe)
    • Kód 9 1 7 (2017, 1.Ausgabe)
    • Somár je Švajčiar (2017, 1.Ausgabe)

    Drama

    • Tréning na štátnika / Die Ausbildung zum Staatsmann (1990, 1990, Trnavské divadlo / Trnavaer Theater)
    • No comment / No comment (1997, 1997, Divadlo West, 2002, Divadlo Zvolen, 2004, A Divadlo Prievidza)
    • Delírium „P“ / Delirium ,,P" (2007, 2007, A Divadlo Prievidza / A Theater Prievidza)

    Sachliteratur

    • Politicum tremens / Politicum tremens (2006)
    • Prebijem sa! Štefánik – Muž železnej vôle (2018, 1.Ausgabe)

    Drehbücher

    • Nebráňte vtákom lietať / Hindert die Vögel nicht am Fliegen (1978)
    • Čisté vody / Reine Gewässer (1980)
    • Kukučia nôta / Das Kuckukslied (1982)
    • Kirchhoffov zákon / Kirchhoffs- Gesetz (1984)
    • Začiatok sezóny / Der Saisonanfang (1985)

    Sonstiges

    • Dementi (2015, 1.Ausgabe)
  • Werkbeschreibung

    Das bisherige literarische Schaffen von Jozef Banáš kann hinsichtlich der Themen und des Genre als mannigfaltig charakterisiert werden. Zu Beginn waren es realistische, leicht

    Das bisherige literarische Schaffen von Jozef Banáš kann hinsichtlich der Themen und des Genre als mannigfaltig charakterisiert werden. Zu Beginn waren es realistische, leicht ironische Erzählungen aus ländlicher und städtischer Umgebung und Drehbücher für das Fernsehen, in denen er in einer dramatischen Form sein Wirken in fabrikmäßiger Umgebung wertete. Es folgten das erfolgreiche Drehbuch zum Film Anfang der Saison (Zaciatok sezony) und, nachdem er Erfahrung in der Diplomatie sammelte, die Theaterstücke Die Ausbildung zum Staatsmann (Tréning na štátnika) und No comment, in denen er seine Fähigkeit, die Welt der Politik und ihrer historisch kaum sich ändernder Mechanismen auf aphoristische und paradoxe Weise zu benennen, unter Beweis stellte. Diese Fähigkeit verwendete er auch in seinem späteren Werk Idioten in der Politik (Idioti v politike). Das bis dato letzte Buch von Jozef Banáš ist der Dokumentarroman Jubelzone (Zóna nadšenia) mit dem Untertitel Dramatische Geschichte der Freundschaft und Liebe (1968-2008), in dem er seine frühere Erfahrungen mit Fabulieren, die Fähigkeit lebhafte und dramatische Dialoge zu schreiben und mittels dieser die Romanfiguren zu charakterisieren verwertete. Umfangreiche Sprachkenntnisse und der Zugang zu Archiven in verschiedenen Ländern ermöglichten es ihm, eine interessante, entdeckungsreiche und glaubwürdig wirkende dokumentarische Grundlage dieses Romans zu schaffen. Im Jahre 2009 erschien sein Buch Stopt den Dubček! Geschichte eines Menschen, der den Starken im Wege steht.

    Seine ersten Erzählungen Der Sonderzug (Mimoriadny rýchlik) und Die Büste (Busta) veröffentlichte er Anfang der achtziger Jahre im Neuen Wort der Jungen (Nové slovo mladých), beide wurden später im Werk Besser als gestern (Lepší ako včera) publiziert und die Erzählung Der Sonderzug ebenso in einer Anthologie von 21 Autoren junger slowakischer Kurzgeschichte Zum Abendessen gibt es Kleeblätter (Na večeru budú štvorlístky). Die Verfasserin der Anthologie O. Feldeková charakterisierte diese Autoren als Menschen, die „ein interessantes und intensives Leben führten und fähig waren darüber schön auszusagen“. Die Erzählung von Jozef Banáš ist jedoch eine Geschichte mit einer problematischen Aussage. In erster Person wird ein Zufall geschildert, der die Welt des Erzählers durch das Bloßlegen tieferer, problemreicher Lebensschichten trübt und ändert. Das dramatische Potential dieser Erzählung und den Einfallsreichtum der Geschichte machte sich der Autor später als Teil seines Fernsehdrehbuchs Hindert die Vögel nicht am Fliegen (Nebráňte vtákom lietať) zu Nutzen. In seinen weiteren Erzählungen Vögelchen Paulína (Vtáčik Paulína), Die Hitzewelle begann (Začali sa horúčavy), Lass uns gemeinsam nach Podzávoz gehen (Zájdeme spolu na Podzávoz) und Animatic clavitist, die erst mit erheblichem Zeitabstand im Werk Besser als gestern veröffentlicht wurden, schöpft Jozef Banáš thematisch vor allem aus der ländlichen Umgebung und bringt ein interessantes, auf Zelinkas Weise in eine leichte Groteske verschobenes Bild von Menschen, die mit geerbten Vorurteilen kämpfen, sich schwer mit bloßen Anzeichen der Frauenemanzipation abfinden und eigene innere und äußere Konflikte auf die „klassische“ ländliche Art und Weise lösen: mit Trinken, Prügeln oder gar Arbeiten bis zum Umfallen. Die umfassende Erzählung Laß uns gemeinsam nach Podzávoz gehen, welche eine Ansprache des Erzählers gerichtet an seinen Vater darstellt, eine Ansprache über deren Familienleben zu einem Zeitpunkt, in dem der Vater infolge einer bösartigen Krankheit aus dem Leben scheidet, überrascht nicht nur mit der vertrauten Kenntnis der Gegend von Kysuce, sondern auch mit der Inbrunst, die wir aus Tatarkas Erzählung Noch mit Euch verweilen (Ešte s vami pobudnúť) kennen. In dieser wertet Tatarkas Erzähler seine positive Erfahrung mit seiner Mutter, einer einfachen ländlichen Frau, während Jozef Banáš die problematische Beziehung mit seinem Vater, einem Richter, gekennzeichnet durch die Deformation des kommunistischen Gerichtswesens, darstellt. Prosaische Reife, erzählerische Vollblütigkeit, plastische Bilder der Welt auf dem Land mit der dominierenden Figur Karol Vicen, „des steten Witzbolds“, charakterisieren die künstlerisch reifste Erzählung Animatic clavitst. Diese Erzählung wurde ebenfalls zur Grundlage des Drehbuchs für den Film Anfang der Saison, welcher ihre Qualität als „eine lyrische Geschichte darüber, wie ein alter Mensch sein Glück verliert und wiederfindet, um es erneut zu verlieren und vielleicht nochmals zu finden“, bestätigt.

    In den neunziger Jahren inkliniert Jozef Banáš zum Theater und stellt dem slowakischen Drama die Figur des französischen Diplomaten Talleyrand vor. In seinem dramatisch-komischen Duell mit dem Innenminister Fouché weist Talleyrand auf die Probleme des Konflikts Moral vs. Macht hin und überprüft inwieweit gilt, dass „die Moral des Bürgers Möglichkeit und des Politikers Pflicht ist“. Schöpferische Erfahrungen aus den Theaterstücken Die Ausbildung zum Staatsmann und No comment, bereichert um eine vierjährige Erfahrung im Parlament und weitreichende Kenntnisse der europäischen Politik und Politiker letzter zwei Jahrhunderte, verwertete Jozef Banáš erfolgreich in seinem Werk Idioten in der Politik. Es bietet einen amüsanten, ironischen, grotesken, lehrenden und auch warnenden Blick auf die Welt der Politik als solchen und insbesondere die der slowakischen. Edle, idealistische Don Quijotes der Politik führen in dieser Welt einen hoffnungslosen Kampf mit Politikern, für die genau umgekehrte Eigenschaften und Ideale charakteristisch sind. Den Roman Jubelzone bezeichnete der Autor im Untertitel als eine dramatische Geschichte der Freundschaft und Liebe und situierte diese in die Jahre 1968 bis 2008. Sie beginnt kurz vor der tragischen Okkupation im August, als der Held des Romans die junge Ukrainerin Sascha, mit der er eine kurze, jedoch intensive Liebesbeziehung durchlebt (und die später mit der Okkupationsarmee in die Slowakei kommt), und ebenso den westdeutschen linksorientierten Studenten Thomas kennenlernt. Ihre sich parallel und dramatisch entwickelnde Geschichten lässt Jozef Banáš vor einem Dokumentarhintergrund abspielen. Diese dokumentarische Schicht des Romans stellt fast ein halbes Jahrhundert der Schlüsselereignisse dar, die sich seit den Augusttagen abwickelten, und zeigt deren vielfältige, oft zerstörerische Folgen nicht nur für die Hauptfiguren des Romans, sondern für die ganze Jubelzone – wie der Autor das Leben und Geschehen hinter dem eisernen Vorhang von innen gesehen metaphorisch benannte. Aufgrund umfangreicher, bis vor kurzem geheimer Archivfonds und Memoiren von Politikern zeigt der Autor Manipulationen mit der Freiheit nicht nur einzelner Menschen, sondern ganzer gesellschaftlicher und geopolitischer Systeme. Die Faktizität des Romans überschattet jedoch nicht die Geschichte. Diese illustriert nicht nur die historischen Tatsachen, sondern sie lebt auch ihr eigenes Leben, in dem sich alle grundlegenden Aspekte der „sozialistischen Absurdität“ widerspiegeln, welchen vom Kommunismus beherrschte Länder – in einer verlängerten Version auch nach dessen Fall – erfahren mussten. Jubelzone zählt in der slowakischen Literatur zu den gelungenen Werken des Dokumentaromans und eröffnet dem Autor – sowie auch anderen Autoren – die Möglichkeit weitere Themen unserer bis unlängst tabuisierten, verschwiegenen oder einfach nur „nicht bemerkten“ historischen Gegebenheiten und Persönlichkeiten zu erkunden. Der Roman Jubelzone (Zóna nadšenia) wurde ins Polnische uebersetzt: Strefa Entuzjazmu, 2008. Im Jahre 2010 erschien der Roman Der Code 9 (Kód 9) und im nächsten Jahr der Roman Saison der Ratten (Sezóna potkanov, 2011), Der letzte Ehebruch (Das Buch der Geschichten Posledná nevera, 2012)

    Das bisherige literarische Schaffen von Jozef Banáš kann hinsichtlich der Themen und des Genre als mannigfaltig charakterisiert werden. Zu Beginn waren es realistische, leicht ironische Erzählungen aus ländlicher und städtischer Umgebung und Drehbücher für das Fernsehen, in denen er in einer dramatischen Form sein Wirken in fabrikmäßiger Umgebung wertete. Es folgten das erfolgreiche Drehbuch zum Film Anfang der Saison (Zaciatok sezony) und, nachdem er Erfahrung in der Diplomatie sammelte, die Theaterstücke Die Ausbildung zum Staatsmann (Tréning na štátnika) und No comment, in denen er seine Fähigkeit, die Welt der Politik und ihrer historisch kaum sich ändernder Mechanismen auf aphoristische und paradoxe Weise zu benennen, unter Beweis stellte. Diese Fähigkeit verwendete er auch in seinem späteren Werk Idioten in der Politik (Idioti v politike). Das bis dato letzte Buch von Jozef Banáš ist der Dokumentarroman Jubelzone (Zóna nadšenia) mit dem Untertitel Dramatische Geschichte der Freundschaft und Liebe (1968-2008), in dem er seine frühere Erfahrungen mit Fabulieren, die Fähigkeit lebhafte und dramatische Dialoge zu schreiben und mittels dieser die Romanfiguren zu charakterisieren verwertete. Umfangreiche Sprachkenntnisse und der Zugang zu Archiven in verschiedenen Ländern ermöglichten es ihm, eine interessante, entdeckungsreiche und glaubwürdig wirkende dokumentarische Grundlage dieses Romans zu schaffen. Im Jahre 2009 erschien sein Buch Stopt den Dubček! Geschichte eines Menschen, der den Starken im Wege steht.

    Seine ersten Erzählungen Der Sonderzug (Mimoriadny rýchlik) und Die Büste (Busta) veröffentlichte er Anfang der achtziger Jahre im Neuen Wort der Jungen (Nové slovo mladých), beide wurden später im Werk Besser als gestern (Lepší ako včera) publiziert und die Erzählung Der Sonderzug ebenso in einer Anthologie von 21 Autoren junger slowakischer Kurzgeschichte Zum Abendessen gibt es Kleeblätter (Na večeru budú štvorlístky). Die Verfasserin der Anthologie O. Feldeková charakterisierte diese Autoren als Menschen, die „ein interessantes und intensives Leben führten und fähig waren darüber schön auszusagen“. Die Erzählung von Jozef Banáš ist jedoch eine Geschichte mit einer problematischen Aussage. In erster Person wird ein Zufall geschildert, der die Welt des Erzählers durch das Bloßlegen tieferer, problemreicher Lebensschichten trübt und ändert. Das dramatische Potential dieser Erzählung und den Einfallsreichtum der Geschichte machte sich der Autor später als Teil seines Fernsehdrehbuchs Hindert die Vögel nicht am Fliegen (Nebráňte vtákom lietať) zu Nutzen. In seinen weiteren Erzählungen Vögelchen Paulína (Vtáčik Paulína), Die Hitzewelle begann (Začali sa horúčavy), Lass uns gemeinsam nach Podzávoz gehen (Zájdeme spolu na Podzávoz) und Animatic clavitist, die erst mit erheblichem Zeitabstand im Werk Besser als gestern veröffentlicht wurden, schöpft Jozef Banáš thematisch vor allem aus der ländlichen Umgebung und bringt ein interessantes, auf Zelinkas Weise in eine leichte Groteske verschobenes Bild von Menschen, die mit geerbten Vorurteilen kämpfen, sich schwer mit bloßen Anzeichen der Frauenemanzipation abfinden und eigene innere und äußere Konflikte auf die „klassische“ ländliche Art und Weise lösen: mit Trinken, Prügeln oder gar Arbeiten bis zum Umfallen. Die umfassende Erzählung Laß uns gemeinsam nach Podzávoz gehen, welche eine Ansprache des Erzählers gerichtet an seinen Vater darstellt, eine Ansprache über deren Familienleben zu einem Zeitpunkt, in dem der Vater infolge einer bösartigen Krankheit aus dem Leben scheidet, überrascht nicht nur mit der vertrauten Kenntnis der Gegend von Kysuce, sondern auch mit der Inbrunst, die wir aus Tatarkas Erzählung Noch mit Euch verweilen (Ešte s vami pobudnúť) kennen. In dieser wertet Tatarkas Erzähler seine positive Erfahrung mit seiner Mutter, einer einfachen ländlichen Frau, während Jozef Banáš die problematische Beziehung mit seinem Vater, einem Richter, gekennzeichnet durch die Deformation des kommunistischen Gerichtswesens, darstellt. Prosaische Reife, erzählerische Vollblütigkeit, plastische Bilder der Welt auf dem Land mit der dominierenden Figur Karol Vicen, „des steten Witzbolds“, charakterisieren die künstlerisch reifste Erzählung Animatic clavitst. Diese Erzählung wurde ebenfalls zur Grundlage des Drehbuchs für den Film Anfang der Saison, welcher ihre Qualität als „eine lyrische Geschichte darüber, wie ein alter Mensch sein Glück verliert und wiederfindet, um es erneut zu verlieren und vielleicht nochmals zu finden“, bestätigt.

    In den neunziger Jahren inkliniert Jozef Banáš zum Theater und stellt dem slowakischen Drama die Figur des französischen Diplomaten Talleyrand vor. In seinem dramatisch-komischen Duell mit dem Innenminister Fouché weist Talleyrand auf die Probleme des Konflikts Moral vs. Macht hin und überprüft inwieweit gilt, dass „die Moral des Bürgers Möglichkeit und des Politikers Pflicht ist“. Schöpferische Erfahrungen aus den Theaterstücken Die Ausbildung zum Staatsmann und No comment, bereichert um eine vierjährige Erfahrung im Parlament und weitreichende Kenntnisse der europäischen Politik und Politiker letzter zwei Jahrhunderte, verwertete Jozef Banáš erfolgreich in seinem Werk Idioten in der Politik. Es bietet einen amüsanten, ironischen, grotesken, lehrenden und auch warnenden Blick auf die Welt der Politik als solchen und insbesondere die der slowakischen. Edle, idealistische Don Quijotes der Politik führen in dieser Welt einen hoffnungslosen Kampf mit Politikern, für die genau umgekehrte Eigenschaften und Ideale charakteristisch sind. Den Roman Jubelzone bezeichnete der Autor im Untertitel als eine dramatische Geschichte der Freundschaft und Liebe und situierte diese in die Jahre 1968 bis 2008. Sie beginnt kurz vor der tragischen Okkupation im August, als der Held des Romans die junge Ukrainerin Sascha, mit der er eine kurze, jedoch intensive Liebesbeziehung durchlebt (und die später mit der Okkupationsarmee in die Slowakei kommt), und ebenso den westdeutschen linksorientierten Studenten Thomas kennenlernt. Ihre sich parallel und dramatisch entwickelnde Geschichten lässt Jozef Banáš vor einem Dokumentarhintergrund abspielen. Diese dokumentarische Schicht des Romans stellt fast ein halbes Jahrhundert der Schlüsselereignisse dar, die sich seit den Augusttagen abwickelten, und zeigt deren vielfältige, oft zerstörerische Folgen nicht nur für die Hauptfiguren des Romans, sondern für die ganze Jubelzone – wie der Autor das Leben und Geschehen hinter dem eisernen Vorhang von innen gesehen metaphorisch benannte. Aufgrund umfangreicher, bis vor kurzem geheimer Archivfonds und Memoiren von Politikern zeigt der Autor Manipulationen mit der Freiheit nicht nur einzelner Menschen, sondern ganzer gesellschaftlicher und geopolitischer Systeme. Die Faktizität des Romans überschattet jedoch nicht die Geschichte. Diese illustriert nicht nur die historischen Tatsachen, sondern sie lebt auch ihr eigenes Leben, in dem sich alle grundlegenden Aspekte der „sozialistischen Absurdität“ widerspiegeln, welchen vom Kommunismus beherrschte Länder – in einer verlängerten Version auch nach dessen Fall – erfahren mussten. Jubelzone zählt in der slowakischen Literatur zu den gelungenen Werken des Dokumentaromans und eröffnet dem Autor – sowie auch anderen Autoren – die Möglichkeit weitere Themen unserer bis unlängst tabuisierten, verschwiegenen oder einfach nur „nicht bemerkten“ historischen Gegebenheiten und Persönlichkeiten zu erkunden. Der Roman Jubelzone (Zóna nadšenia) wurde ins Polnische uebersetzt: Strefa Entuzjazmu, 2008. Im Jahre 2010 erschien der Roman Der Code 9 (Kód 9) und im nächsten Jahr der Roman Saison der Ratten (Sezóna potkanov, 2011), Der letzte Ehebruch (Das Buch der Geschichten Posledná nevera, 2012)

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  • Von SLOLIA geförderte Werke

  • Erhaltene Auszeichnungen

    Erster Preis des Slowakischen Fernsehens im Wettbewerb um ein ursprüngliches Fernsehspiel für junge Menschen – Drehbuch Hindert die Vögel nicht am Fliegen (1978)

    Erster Preis des Slowakischen Fernsehens im Wettbewerb um ein ursprüngliches Fernsehspiel für junge Menschen – Drehbuch Hindert die Vögel nicht am Fliegen (1978)

    Erster Preis der Zentrale des slowakischen Films und der Slowakischen Filmanstalt im Wettbewerb um Filmerzählungen – Animatic clavitist (Anfang der Saison) (1985)

    Zweiter Preis (Silberne Traube) für das Drehbuch zum Film Anfang der Saison verliehen auf dem Filmfestival Santa Remo in Portugal (1987)

    Buch des Jahres 2008 in der Leserumfrage der Buchrevue (Knižná revue) – Roman Jubelzone (2009)

    Der Preis des slowakischen Zentrums von PEN fur den Titel: Stopt den Dubček!  (2010)

    Der Platine-Preis fur den Roman Der Code 9 (2010)

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