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  • Kurz über den Autor

    Ladislav Ballek debütierte mit der Novelle Flucht auf die grüne Wiese . Das Sujet dieses Buches, wie auch der weiteren Bände ( Rote Pilgerfahrt wie eine Lilie, Weißer Spatz )
    Ladislav Ballek debütierte mit der Novelle Flucht auf die grüne Wiese. Das Sujet dieses Buches, wie auch der weiteren Bände (Rote Pilgerfahrt wie eine Lilie, Weißer Spatz) bilden philosophische Probleme des jungen Menschen, der sich mit der konventionellen gesellschaftlichen Wirklichkeit nicht abfinden will. Die suchenden Helden stellen schnell fest, daß der Aufstand gegen die Gesellschaft nur Leid bringt - keine Befreiung, nur Gefühle der Ausweglosigkeit und der moralischen Unerfüllung. Die Ungerechtigkeit und Brutalität der Umwelt rufen bei den Helden Haß und Notwendigkeit einer positiven Tat hervor. Balleks Werk aus dieser Periode zeichnet sich durch Expressivität, Konstruktivismus, epische Montage und unverhohlene Metaphorik mit Elementen des Geheimen aus.
    In der nächsten Periode konzentriert sich Ballek auf positive philosophische Ausgangspunkte. Er findet sie insbesondere in der Kindheit und im heimatlichen südslowakischen Landkreis. Diese Positiva entwickelt er im Buch Die Südpost. Er verläßt die Methode der Modellgeschichte und entwickelt die Konzeption des epischen Erzählens, in dem in klarer, intellektueller Geschichte mit hohem Gefühlsverständnis die menschlichen Grundfragen projiziert werden, die einen positiven philosophischen Ausklang erhalten. Der Roman Der Geselle ist ein Prototyp reiner Epik, in dem verschiedene Lebenskonzeptionen deutlich aufeinander treffen, und dramatische Einzelschicksale sich abspielen. Die Handlung wird in das slowakisch-ungarische Grenzgebiet kurz nach dem zweiten Weltkrieg situiert, und den dramatischen Konflikt bildet das Zusammenkommen eines ehrenhaften und fleißigen Metzgers mit einem strebsamen, aber durch Nachkriegsverhältnisse deklassierten Mann, der seinen Erfolg nur zum Preis einer offenen Konfrontation mit dem Gesetz erreicht.
    Die komplizierte Romankomposition von Akazien knüpft an den vorhergehenden Roman an, vor allem durch das epische Pathos.
    Ballek verwendet wiederum meisterhaft das südslowakische Kolorit und zeichnet plastisch eine Vielzahl von Personen und Persönchen, die sich mit riesiger Lebensfähigkeit und der Sehnsucht nach einer erfolgreichen Zukunft in die Wirren der Nachkriegszeit werfen. Dabei sind die Personen menschlich und künstlerisch selbständig. In Balleks Werk trifft die Nostalgie der Vergangenheit mit der Wildheit der Gegenwart zusammen, aber auch mit der komplizierten philosophischen Reflexion der europäischen Realität Ende der 40. Jahre. Das mindert allerdings nicht die Authentizität, Wirksamkeit und Sinnlichkeit des Stils von Ballek. Beide Romane gehören zu den bedeutendsten Büchern der modernen slowakischen Prosa.
    Weitere Werke von Ballek enthalten wiederum reflexive Maßstäbe, vor allem durch unkonventionelle Überlegungen über den Sinn eines modernen Staates (Das Waldtheater), oder durch die plastische Darstellung des traditionsreichen Romankonfliktes der Generationen der Väter und der Kinder (Der wunderliche Schläfer). In diesen Büchern erscheinen viele Denkpassagen, die durch authentisch-individualisierte Schicksale der Personen die Situation der gegenwärtigen Welt und ihre Perspektiven vom historischen Zivilisationsstandpunkt ermitteln. Im neuesten Buch (Der dreizehnte Monat) kehrt Ballek mittels einer symbolischen Geschichte von drei Brüdern zu den philosophischen Problemen des Menschen in einem totalitären Regime zurück.
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  • Lebenslauf

    Geb. am 2. April 1941 in Terany. Studierte Slowakistik, Geschichte und Kunsterziehung an der Pädagogischen Fakultät in Banská Bystrica. Anschließend arbeitete er als Lehrer, ab
    Geb. am 2. April 1941 in Terany. Studierte Slowakistik, Geschichte und Kunsterziehung an der Pädagogischen Fakultät in Banská Bystrica. Anschließend arbeitete er als Lehrer, ab 1966 als Redakteur des Slowakischen Rundfunks in Banská Bystrica und als Redakteur der Zeitschrift Smer. 1972 wurde er Lektor im Verlag Slovenský spisovateľ, wo er slowakische Prosa herausgab. 1977 - 1980 war er Leiter der literarischen Abteilung des Kultusministeriums der Slowakischen Republik, danach wirkte er als stellvertretender Direktor des Slowakischen literarischen Fonds. Im Jahre 1980 erhielt er den Nationalpreis der SSR und im 1982 den Verdiensten Kunstler. Ab 1984 war er leitender Sekretär des Verbandes slowakischer Schriftsteller, bis zu dessen Auflösung 1989. Anfang der 90. Jahre ging er in die Politik über und vertrat seine politische Partei mehrmals als Abgeordneter im Nationalrat der Slowakischen Republik. In den Jahren 2001 - 2008 war er als Attascheés der Slowakischen Republik in der Tschechischen Republik tätig. Er ist Präsident der Ladislav-Novomeský-Stiftung.
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  • Werke und Werkrezensionen

    Prosa

    • Útek na zelenú lúku / Die Flucht auf die grüne Wiese (1967, novela, 1967)
    • Púť červená ako ľalia / Pilgerfahrt rot wie eine Lilie (1969, novela, 1969)
    • Biely vrabec / Weißer Spatz (1970, novela, 1970)
    • Južná pošta / Die Südpost (1974, román, 1974)
    • Pomocník / Der Geselle (1977, román, 1977)
    • Agáty / Akazien (1981, román, 1981)
    • Kraj za vinicami / Das Land hinter den Weinbergen (1983, výber, 1983)
    • Lesné divadlo / Das Waldtheater (1987, román, 1987)
    • Čudný spáč / Der wunderliche Schläfer (1990, román, 1990)
    • Trinásty mesiac / Der dreizehnte Monat (1995, román, 1995)
    • Trojou a vŕškom pamäti (2013)

    Essays

    • Letiace roky / Die Jahre eilen dahin (1998)
    • Zlatý stôl / Der goldene Tisch (2000)
  • Werkbeschreibung

    Prosa: Die Flucht auf die grüne Wiese (Útek na zelenú lúku, 1967), Pilgerfahrt rot wie eine Lilie (Púť červená ako ľalia, 1969), Weißer Spatz
    Prosa: Die Flucht auf die grüne Wiese (Útek na zelenú lúku, 1967), Pilgerfahrt rot wie eine Lilie (Púť červená ako ľalia, 1969), Weißer Spatz (Biely vrabec, 1970), Die Südpost (Južná pošta, 1974), Der Geselle (Pomocník, 1977), Akazien (Agáty, 1981), Das Land hinter den Weinbergen (Kraj za vinicami, 1983), Das Waldtheater (Lesné divadlo, 1987), Der wunderliche Schläfer (Čudný spáč, 1990), Der dreizehnte Monat (Trinásty mesiac, 1995)

    Essay:
    Die Jahre eilen dahin (1998), Der goldene Tisch (2000)

    Verfilmte Werke:
    Der Geselle (1981), Die Südpost (1988)

    ÜBERSETZUNGEN SEINER WERKE:
    Akazien (1980 ungarisch, 1986 deutsch, tschechisch, 1987 bulgarisch)
    Der Geselle (1980 russisch, ungarisch, 1982 tschechisch, 1984 estnisch, 1985 deutsch, ukrainisch)
    Die Südpost (1979 deutsch, ungarisch)

    Der Helfer (Pomocník, 1980 russisch, ungarisch, 1982 tschechisch, 1984 estónsky, 1985 deutsche und ukrainisch)

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  • Übersetzte Werke

    ÜBERSETZUNGEN SEINER WERKE: Akazien (1980 ungarisch, 1986 deutsch, tschechisch, 1987 bulgarisch) Der Geselle (1980 russisch, ungarisch, 1982 tschechisch, 1984 estnisch, 1985

    ÜBERSETZUNGEN SEINER WERKE:
    Akazien (1980 ungarisch, 1986 deutsch, tschechisch, 1987 bulgarisch)
    Der Geselle (1980 russisch, ungarisch, 1982 tschechisch, 1984 estnisch, 1985 deutsch, ukrainisch)
    Die Südpost (1979 deutsch, ungarisch)

    Der Helfer (Pomocník, 1980 russisch, ungarisch, 1982 tschechisch, 1984 estónsky, 1985 deutsche und ukrainisch)

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  • Von SLOLIA geförderte Werke

  • Werke - Übersetzungen

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  • Über den Autor

    Balleks Gestalten bilden ein Gleichgewicht, zusammengesetzt von mehreren charakterisierenden Vorgängen, besitzen allerdings ein verbindendes Element und das ist ihre gesellschaftliche
    Balleks Gestalten bilden ein Gleichgewicht, zusammengesetzt von mehreren charakterisierenden Vorgängen, besitzen allerdings ein verbindendes Element und das ist ihre gesellschaftliche Ausrichtung. Die Epik von Ballek ist das Zusammenspiel von Menschen und der Umgebung, jedoch ein feineres und komplizierteres, als es im klassischen Roman des 19. Jahrhunderts war, aber mit gleicher Eindringlichkeit.

     

    Ján Števček

    Die Konstruktion dieser lebendigen epischen Totalität und ihre Annahme als epische Totalität ermöglicht uns das Werk von Ballek als eine große Metonymie zu lesen, in der die Stadt an der Grenze eine Welt, ein Land und eine Kultur an der Grenze zweier Welten vertritt. Als Bedingung einer solchen Leseart gilt jedoch, ob wir die Kleinstadt als Teil der Slowakei annehmen oder nicht annehmen, ob wir Balleks Erklärung nicht als historische, sondern als kulturelle Erklärung akzeptieren oder nicht akzeptieren, ob wir einfach bereit sind, alles, was eine Stadt und eine Kleinstadt vorstellt, in die slowakische kulturelle Tradition zu integrieren.

     

    Milan Šútovec
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  • Autor über sich selbst

    Die Landschaft, in der ich geboren und aufgewachsen bin, vergleiche ich wegen ihrer Farbigkeit und Verschiedenartigkeit der Gerüche gerne mit einem Kolonialwarengeschäft. Ich bin sein
    Die Landschaft, in der ich geboren und aufgewachsen bin, vergleiche ich wegen ihrer Farbigkeit und Verschiedenartigkeit der Gerüche gerne mit einem Kolonialwarengeschäft. Ich bin sein Vertreter... Die Landschaft am unteren Flußverlauf von Ipeľ erinnert mich seit eh und je an die alte Landschaft der Menschheitsgeburt. Vielen Leuten, deren Landkreise höher liegen, erscheint es, als würden hinter Levice nur Löwen leben; so ein Quatsch, und auch deswegen liegt in dieser Gegend mein Palánk.
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